Schulung in Orientierung und Mobilität (O&M) – Was ist das?

Es handelt sich um eine Schulung zur selbständigen und sicheren Fortbewegung in Gebäuden und im Freien.

Das ist Ihre Situation: Ihr Sehen hat sich allmählich oder plötzlich verschlechtert. Oft fühlen Sie sich im Freien geblendet oder können an dunklen Stellen und bei Nacht gar nichts mehr erkennen. Sie verfehlen Stufen, übersehen herannahende Fahrräder oder Autos oder erkennen die Ampel nicht mehr. Unbekannte Wege gehen Sie gar nicht mehr allein. Vielleicht konnten Sie bislang nur in Begleitung gehen, möchten oder müssen aber selbständiger werden. Und vielleicht möchten Sie öffentliche Verkehrsmittel sicher nutzen können.

In einer Schulung in Orientierung und Mobilität (O&M) können Sie Strategien und den Umgang mit Hilfsmitteln erlernen, die Ihnen helfen, sicher zu gehen, Straßen zu überqueren und das gewünschte Ziel zu erreichen. Die übrigen Sinne, wie Hören, Tasten und Riechen werden geschult. Sie werden zur Einschätzung der Umgebung und zur systematischen Orientierung eingesetzt. Die Echolokalisation kann dabei geschult werden. Die Handhabung von optischen Hilfsmitteln wird erlernt, wie z.B. dem Monokular. Der Einsatz des Langstocks zum Körperschutz, zur Wahrnehmung von Bordsteinen, Treppen etc. wird erprobt und geübt. Auf Wunsch werden Navigationsgeräte (Smartphone, Kapten, trekker breeze) und elektronische Hindernismelder eingesetzt.

Die Schulung findet im Einzelunterricht statt. Der Umfang richtet sich nach Ihren individuellen Zielen und Möglichkeiten. Eine Rehabilitationsfachkraft für Blinde und Sehbehinderte Menschen stellt sich ganz auf Ihr Lerntempo und Ihre Fähigkeiten ein. Der ambulante Unterricht beginnt bei Ihnen zu Haus oder auf Wunsch an einem anderen Ausgangspunkt. IRIS e.V. bietet auch stationäre Intensivmaßnahmen an. Wenn Sie gehörlos sind, arbeitet die Fachkraft des IRIS e.V. mit Gebärdensprach- oder Lorme-Dolmetschern zusammen.

Was muss ich tun?

Rufen Sie uns an, wenn Sie Interesse an einer Schulung haben. Wir vereinbaren ein kostenloses Beratungsgespräch bei Ihnen zu Haus, im IRIS e.V. oder per Telefon. Die Rehabilitationsfachkraft spricht mit Ihnen über den Schulungsplan. Sie sendet den Antrag auf Kostenübernahme an den zuständigen Kostenträger, in der Regel Ihre Krankenkasse oder das Amt für Eingliederungshilfe für Behinderte Menschen. Treten Probleme auf beraten wir Sie weiter.